98 II. Ideen zue Geschichte und Kritik
Der wärmste Freund seines Freundes, anStärke, Tapferkeit, Schönheit und Ruhmliebe überalle Griechen erhaben. Und an diesem gottgeliebtenSohne einer Göttin und eines Helden zeigt unsHomer
2. die erschreckliche Plage des harten, obwohlgerechten, Unmut Hs. Achill konnte ihm nichtentweichen: denn der Vorfall, der ihn dazu reizte,drang auf ihn, ohne daß er ihn suchte. Er kann,die ganze Jliade hindurch , als Achill nicht andershandeln, als er handelt. Das Unangenehme aberdieses Unmuths für ihn und für andre entwickeltder Sauger durch Worte aus des guten Phönix,ja aus Achills eignem Munde Und durch Erfolge inlauter lebendigen Situationen. Sogar das herbei-eilende letzte Schicksal des Edelzürncnden sehen wirin diese Reihe der Dinge verflochten, in diesemihm unvermeidlichen Unfälle. Konnte ein zartererPunkt des menschlichen Herzens und Lebens zarterbehandelt werden, als es der Dichter gethan hat?Gemeine Seelen wissen nichts vom edeln, göttlichenUnmuth; wie manchem größeren Gcmüthe aber ister die Klippe des Glücks, seiner Brauchbarkeit fürsgemeine Wesen, des häuslichen und täglichen Wohl-seyns, ja endlich des Lebens selbst worden! Mehrals Ein Gekränkter hat die Klagen angestiMmt, dieAchill am Ufer des Meers seiner Mütter zuseufzte;er konnte aber keinen andern Trost hören, als je-nem die Göttin selbst zu geben vernivchte.
3 . Endlich, welch eine böse Sache ist der Krieg!Und wie mißlich ist jede Regieruntzsart unter denMenschen, so unumgänglich sie ist im Kriege und