der Poesie und bildenden Künste. 97
Jdomeneus, Nestor; jeder erscheint an seinem Orte,zu seiner Zeit in der Rennbahn des Ruhmes. Kurzoder lange leuchtet sein Schein; aber er geht nachVerdienst auf und nieder.
Drei Lehren drückst du schweigend vor allen unsins Herz:
1. Olsclts justltiain, iniserl, ei non teransrs
älvos,
welches ich hier so übersetzen mochte:
Lernt, ihr Fürsten, gerecht seyn und trefflicheMänner verehren.
Dies lehrt uns mit seinem Uebcrmuche der prächtigeAgamemnon in der ganzen Jliade. Er gränzt analle Ausschweifungen, die Aristoteles Ethik kannte,an die Habbegierde (Akolafle), den Neid, dieScha am l 0 sig k e it und B ei fa llg eb ung , diePrahlsucht; doch gränzt er nur daran, dennder weise Homer hat ihn vor jedem Zuge des Ver-ächtlichen bewahret. Er ist und bleibt bei ihm einunsträflicher König. Achilles dagegen besitztden Kern dessen, was die Griechen Tugend nanmten , Großherzigkeit () undedcln Stolz, hohes Selbstgefühl unddie äusserste Wahrheitsliebe. Er ist frei-ge big und auf eine anständige Art prächtig,höflich in seinem Zelte und bis zur Schaam be-scheiden; dabei gebildeter, als alle Griechen:denn er war Cbirons Zögling und ergötzte mittenim Unmuth kein schw.rbcladnes Herz durch Töne.
Herders W.z.schön.Lit.u.Kunst. VH. G ^L.u.Lr-e/«.