96 II. Ideen zur Geschichte und Kritik
Tapferkeit nicht zu erleben; er siel, wie wir aus an-dern wissen, im Thore von Troja. Und bei Homer,sobald Achill mit feinen neuen Waffen daher sicht,geht er zum Tode. Dies weissagt ihm seine Mutter,seine weinenden Rosse, der sterbende Hektar, und erselbst weiß cs. Sein Leben ist an Patroklus Lebengeknüpft; Ein Hügel soll sie decken, und Eine gol-dene Urne Beider^Aschc am troischen Strande ver-einen.
Was überhaupt der Glaube an ein Schicksal,was die Thaten der Götter, ihre Hülfe und FAnd-schaft gegen Völker und Menschen, in die Eomposi-tion Homers an Rübe, Milde und hoher Ergeben-heit bringen, ist unsäglich. Man nehme diese gött-liche Farce, wie manche sie genannt haben, (,v.c„z>ov),aus seiner Jliade; und das Ganze wird widrig oderplatt, wie fast alle politische Geschichte. Und dochist alles Zuwirken der Götter bei ihm so menschlich,so natürlich! -Nirgends ein zerstörendes Wunder; al-lenthalben nur der Gang des Menschengemüths, derMcnschenkraftc, sofern er ans Zufällige, ans Unvor-hergesehene, ans Unendliche reichet. Was zumal dieGötter über die Sterblichen und über Achills Rossesprechen, die einem Sterblichen dienen, ist scelezer-schneidend. "
Menschlicher Homer, wie liebe ich dich in allendeinen Formen und Gestalten! Auch Paris, auchdie Sünderin Helena hast du nicht verschmähet, undbeide in das schönste Licht gestellt, in welchem siestehen konnten. Nicht vergessen sind ihre BrüderEastor und Pollux; ibr Menelaus, sammt Ulyfi,sind mit allen Würden geschmückt, deren sie auf derEbne vor Troja fähig waren. So Ajax, Diomed,
Jdomeneus,