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II. Ideen zur Geschichte und Kritik
Einzelne Blätter, die mir über die Huma-nität einiger Griechischen Dichter UndPhilosophen in die Hände gekommen sind, sol-len Ihnen zu einer andern Zeit zukvmmen; jetztbemerke ich nur, daß, wenn in spätem Zeiten betirgend einem Schriftsteller, er sey Geschäftsmann,Arzt, Tbeolog oder Rechtslehrer, eine feinere, ichmochte sagen, elastische Bildung sich äußerte, diesemeistens auch au^ elastischem Boden, in der Schuleder Griechen und Römer erworben, der Sprößlingihres Geistes gewesen. Wie die griechische Kunstunübertroffen, und in Absicht der Reinheit ihrer Um-risse, des Großen, Schonen und Edeln ihrer Gestal-ten, allen Zeiten das Muster geblieben: fast als»ists auch, Weniges ausgenommen, mit den Vorstel-lungsarten des menschlichen Geistes. Was wir kraussagen und verwickelt denken, gaben sie hell und reinan den Tag; ein kleiner Satz, eine schlichtvorge-tragene Erfahrung enthält bei ihnen, wenn manszu finden weiß, oft mehr als unsre verworrenstenDeductjonen : die Probleme, welche die neuereStaatskunst verwickelt vortragt, sind in der griechi-schen Geschichte hell und klar auscinandergesetzt, unddurch die Erfahrung langst entschieden. Die Kritikdes Geschmacks endlich, ja die reinste Philosophie desLebens, woher stammen sie, als von den Griechen?In den scheusten Seelen dieser Nation bildeten siesich; hie und da hat sich ihr Geist schwesterlichenSeelen mitgethcilct. Da also die Griechen bisherdem Sturz der Zeiten, der Vertilgung wilder Bar-baren und Schwärmer entronnen sind, wird, solange sie uns nicht geraubt sind, wahre Humanitätnie von der Erde vertilgt werden.