bei den verschiedenen Völkern rc. ' 55
uns also immer eine subordinirte Sachebleiben müssen, die, höherer Ursachen wegen, auf-geopfcrt werden darf; und bei den Griechen war sieein natürliches Kleid, ja der Körperder Tugend.
Jede Mühe also, die auf Einigung desGeschmacks mit dem Verstände, derLebensart und Gewohnheit angewandt wird,ist unschatzbar; und hier kommt uns der vorigeGrundsatz, daß nichts in der Natur vergebens ge-schehe , vortrefflich zu Hülfe. QuinIiIian, derLehrer des Geschmacks, strebte über sein Zeitalterhinaus: die alten Muster des Geschmackes noch
mehr; Wahrheit und Tugendschöne ist wie das Son-nenlicht, unwandelbar, wirksam und erwärmend.Waren in jedem Zeitalter nur drei große und guteMänner, die mit vereinigten Kräften ganz wirkten,sie könnten Wunder thun, oder doch , wie jene dreiGerechte, eine Stadt vor dem völligen Verfalle desGeschmacks und der Tugend sichern.
Mich, dünkt, wir sind hierin an der Schwel-le einer sich entwylkenden, heitern Zu-kunft. Wenn Vernunft auch in die Gegendenhindringt, wo man sonst nur m ec ha ni sch e m-pfand und anordncte, wenn diese Vernunft sicheinst von ihrer U e b e r sp a n n u ng erholet,und (ein noch größerer Wunschl) mit Neigungund Gewohnheit zum allgemeinen G c -sch macke des Lebens gattet; wohl alsdanndem Namen der Vorwelt, der hierzu, und zwar inden tiefsten Quellen der Gewohnheit, Denkart undNeigung, d. i. in der Erziehung beilrug.