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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
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bei den verschiedenen Völkern ic. 49

Geschmacks seyn, obgleich immer einerley Re-geln wirken. Die Materialien und Zwecke sind zuallen Zeiten ander«.

Kann nun keiner der Menschen Genies schaffen(sie keimen ans höhern und Mehrern Veranlassungenoft sehr mißlicher Umstände hervor): so, sieht man,sind auch die goldenen Zeitalter des Ge-schmacks nie ganz Eines MenschenWille. Sie sind in der Geschichte des mensch-lichen Geschlechts wie die konso neu Punkteder Saite: cs müssen Dissonanzen zwischen liegenund auf jenen heben sich diese.

Mithin wird das Rathsel erklärt, warum diegroßen Männer immer zusammen leben,was sich aus mechanischer Nacheiferung, Be-lohnung, aus dem Klima u. dgl. nur äußerstunvollkommen auflösen laßt; sie sind nemlich alleinsgesammk nichts als der konsone PunktEiner Saite. Die Dissonanzen sind erschöpft,die Zeitalter halber und ganzer Barbarcy, leererVersuche, über einander gestürzter Riesenarbeitensind vorbei: man fangt an natürlich znordnen, mit offnen Augen umherzusehnund mit geregelten Kräften zu wirken»die menschliche Seele kommt in denWohlklang. Da sind denn alle Künste verge-schwistert, sie folgen schnell und bald auf einander,und sind im Grunde nur Eine Kunst. Da fehlensodann weder Macene noch Maronen; in einem ge-wissen Kreise auch sehr verschiedener Beschäftigungenrönts konson.

Herders W.z.schön.Lit.».Kunst. VlI, D -lLL.u.ri-r'c/e,