bei den verschiedenen Völkern ec. §1
d e nachahmcn , d. i. man durste ausschwcistn, wo-hin man wollte. Weder Religion, noch Geschichte,noch Staat, noch der lebendige Geschmack des Volksgab einen engen, starken Trieb und die-sem Triebe regelmäßige Schranken; dieKunst schwebte also wirklich in der Lust oder beruh-te nur auf einem Hauche, in dem guten Willendes Künstlers und seiner Belohnen.
Selbst die Künste, die eine nähere Bestim-m u n g für ihre Zeit hatten , Mahlerei und Bau-kunst, bezeugen, was ich age. Allerdings fandensich im Staate und in der Religion mehr Gegen-stände, Bedürfnisse und Anwendung,als die Bildnerei; noch aber konnten sie sich an si-cherer Natur mit den Griechen nicht verglei-chen. Nachahmung lag doch nur zum Grunde, nichtetwa ein ur sp r ün g l i c b es, erstes, dringen-des Bedürfnis. So lange also die vorstehendenMuster noch Reiz genug batten, um Liebhabereiund Nacheiferung zu erwecken, wurden sie nachge-ahmt und im ersten Aeuer der Nacheiferung sehrglücklich. Als der Nachahmungen zu vielwurden, und selbst die glücklichen Nachahmungenschon verzagt machten: war es allerdings ein stum-pferer Stachel, sich hinter hundert Nachahmern, viel-leicht als der hundert und erste, blos leidlicheNachahmer aufgestellt zu sehen; man suchte sichalso durch Originalität, d. i. durch Keckheit zuunterscheiden. Die Kunst hatte kcine neue, zumGuten und Bessern dringende, leben-dige Zwecke, und gerade, was den ersten Mah-lern geholfen hatte, das Lichts der Neuheit,