bei dcn verschiedenen Völkern rc. Z9
scbnng der barbarischen Ideen hattesich zu tief und zu weit verbreitet, alsdaß sie plötzlich verschwinden konnte.Der Strom des guten Geschmacks floß binttr einerso tiefen Vorburg unter der Erde, daß er erst nachvielen vergeblichen kleinen Ausbrüchen im Ganzenvcrsir>lun konnte, als cs das Schicksal wollte. Undaufdicsen Zeitpunkt, da Griechenlandwieder nach Italien kam, trafen dieMedici, und machten von dem, was in den dun-keln Jahrhunderten gcsact war, Erndtc.
Weiß man also, was der Geschmack desZeitalters war? woraus er sich bildete,neu bildete? wornach er strebte? so weißman zugleich die Ursachen seines Verfalls.Die unvollkommene Genesis selbst schloßdiese schon in sich.
Man fand dic Alten wieder, rei-nigte und glättete nach ihrem Musterdie Sprache, ahmte ihren Vortrag undihre Kunst nach — eine schöne, bcncidenswcr-tbe Periode! Nur das feine, scharfsinnige, untervieler Leidenschaft noch stille, tiefe Genie der Ita-liener konnte seine Vorahnen und die Lehrer dersel-ben also nachahmcn! Wenns aber nur Nachah-mung war: wie lange konnte das dauern? Bises nach ge ahmt war und man nun nichtmehr nachahmen konnte oder wollte.Das Werkzeug war polirt, nun hing man cs auf,oder zerbrachs , oder ließ cs rosten, um cs aufs neuepolircn zu köncn; — das ist, dünkt mich, die Ge-schichte des italienischen Geschmacks.