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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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38 1. Ursachen des gesunkenen Geschmacks

denen, silbernen, ehernen u. dgl. wissen. Des völ-lig Zufälligen, das nie wieder kämmen kann, zugeschweigen, weissagen sie uns damit eine schleunigeVcrdcrbniß, Pestilenz und Tod auf den Rücken;das ihnen denn freilich nichts thäte, sobald man da-bei nur Latein spräche.

III. Im neuern Europa ist man gewohnt,Leo dem Zehnten und den Medicis die Wieder-herstellung des guten Geschmacks zuzuschrciben, undnichts ist wahrer, als dies, wenn man dabei nurGenie und Geschmack unterscheidet. Die G e-nie's,diedie italienische Sprache inDichtkunst und Prose gebildet hatten,hatten auf die Medici nicht gewartet; sie hatten intrübseligen Zeiten das Werk ihres Berufs gcthan,und auch noch zu Leo's Zeiten wurde nicht Ar io stdas große Genie, sondern die Lustigmachcr und la-teinischen Nachahmer belohnet. Da nun bekannter-maaßen die Wiederhcrstcller der Wissenschaften undKünste, Lorenz von Medici, Politian,Bembo, Casa, selbst der große Michael An-gelroda Vinci u. s. w. allesammt Petrar-chisten, und zwar zum Theil mit unter den mit-melmäßigen Cinguccentisten waren: so sicht man,die Wiederherstellung des guten Ge-schmacks hatte langst im Verborgenengearbeitet, che diese sogenannte goldene Zeit kam.Petrarca, Dante, Boccaz, Eimabue,G Lotto hatten längst gcwirket; auch war in al-len dunkeln Zeiten das Schöne und dieKunst nicht so ganz weggewesen vonder Erde, wie man oft wähnet; aber die Mi-