bei den verschiedenen Völkern rc.
33
er war also ein großer Liebhaber des Schönen undbereicherte Rom mit den schönsten Denkmahlen derKunst. Der sparsame Vespasian gab den grie-chischen und lateinischen Rhetoren Pensionen. Do-mitian ehrte den Quintilian, daß er sogardie Gnade hatte, ihm die Erziehung seiner Prinzenanzuvertraucn. Trajan schrieb an den Pliniuswie Freund an Freund , und ließ jungen Leuten vonHoffnung nach ihrem Tode Statuen setzen. Derbeceisctc Hadrian war Kenner, Dichter, Gelehr-ter, Künstler: an seinem Hofe gabs Atellanische
Spiele, Komödien, Rhetoren, Poeten, Geometer,Philosophen , denen er nach ihrem Tode selbst Grab-schriftcn schrieb u. s. f. — Ferne, daß wir ein ein-ziges Goldstäubchen verunglimpfen wollten, das jevom Thron in die Harfe Eines Dichters, auf dieSchrift Eines Weisen gestreuct worden; das Körn-chen Goldstaub macht aber nicht Alles: vielmehr
kanns die Harfe stumpf machen und der Schrift Far-be, Leben und Kraft nehmen. Nichts in derWelt kann ohne Anlässe und Triebe, oh-ne W a h r h e i t und rufendes Bedürfniswerden, was es werden soll; am wenigstendie edelste Gottesqabe, Geschmack und Genie.Nehmet diesen Baum aus seinem Klima und Erd-boden, aus seiner freien, hohen, wilden Luft, undpflanzt ihn in die enge Luft des Triebhauscs; sofängt er doch unvermerkt zu kränkeln an, und eheman es glaubt, ist er dahin. Füttert dies kostbare,fremde Vieh außer seinem Elemente, ganz umsonst,in öffentlichen Gebäuden; cs stirbt, trotz Speise undTrank, oder wird fett und abgeartet. Es pflanztHerdersWerke z. schön,Lit.u.Kunst. VII. C -lLAu,L,'rc/e.