Zr I. Ursachen des gesunkenen Geschmacks
nannte Gespräch über den Verfall der Be-redsamkeit, desgleichen Qu i n til ia n u. a. ent-decken die Quellen dieses Verfalls mitbitterer Empfindung. Wer hat mehr undstärkere Stellen vom einreißcnden Übeln Geschmackals Petro nius? Plinius sagt treuherzig, daßdie natürlichsten Stellen seiner Rede, die ihm diewenigste Mühe gekostet hatten, auch die wirksamstengewesen seyen. Selbst in Seneka sind Klagenüber den Verfall deS Geschmacks häufig, und Per-sjus, Martins, Juvenal machen ja ebendas zum Gegenstände ihrer empfindlichen Geißel,was ihnen doch oft selbst anhangt. Wie anders istsaber, ein Uebel bemerken, und es ausrotten;die Pest fühlen und ein ganzes Land von der Pestheilen.
Noch weniger glaube man, es habe den L e u-ten von Geschmack (wie man das Wort ineinem schwatzenden Zeitalter nimmt) damals, anSpeise und Trank, an Dach und Fach gefthlet.Tiber hielt sich ja seine Akademie von Gramma-tikern, denen crs einst an einem Morgen antrug,eine Barbarep seines Mundes in ihre Schriften auf-zunehmen, und also viel gnädiges Zutrauen zu sei-ner Akademie hegte. Claudius schrieb Bücher,eine Schutzschrift für den Cicero sogar, und hießalso gewiß ein Herr von Geschmack. Er sprach inVersen, erfand Buchstaben, erweiterte Las Museumzu Alexandrien; er hieß also gewiß ein großer Be-förderer der Wissenschaften. Nero raubte aus Grie-chenland alles Schon«, das er wegbringen konnte;
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