2ö I. Ursachen des gesunkenen Geschmacks
und Homers gebildet. Den Römern sind alsoauch die Produktionen des Geschmacks,die bei den Griechen Grundlage zu Allem waren,Kunst und Dichtkunst, nie wirksameTriebfedern geworden; die Dichtkunst ent»stand nur spat, d. i. sie ward aus griechischem Sa-men in den Garten eines Kaisers verpflanzt, wo sieals eine schone müßige Blume dastand und blühte.Die Bühne (nach Aristoteles der -Mittel-punkt wirksamer Dichtkunst) hat beiden Römern nie ächte Wirkung gehabt:die Kunst eben so wenig; ihre besten Lichter wa-ren Versisicatöre, d. i. Philosophen, Redner odergar Schmeichler in Versen. Gleich hinter derschönsten Dichterperiode konnte, so-bald sich zwei Augen schlossen, auf Einmal derfalsche Geschmack einbrechen; welches,wenn Dichtkunst, Kunst und guter Geschmack einNativnalmedium der römischen Denk-art gewesen wäre, nie hätte scyn können. Daßaber der Geist eines Hora; und Virgils mit NichtenGeschmack des Publikums gewesen, dies zeigt desHoraz Brief von der Dichtkunst mit seiner ganzenSeele. Trotz aller Schmeicheleyen der Dichter konnteAugust sein goldnes Rom nicht Einen Augenblickzum Athen, in Absicht auf Geschmack und schöneFühlung, schaffen,-
Redekunst und Geschichte warendie N a li v n a lp r o dukte des römischenGeistes, an denen sich ihr Geschmack bilden konn-te, und an denen er sich auch tüchtig und stark denGriechen nachgebildet hat. Die ältesten Namen derer,