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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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L4 I. Ursachen des gesunkenen Geschmacks

zen freiwirkenden Genie lebet, so wich man natür.lich um so mehr von ihm ab, je mehr man ihmin Regeln und Dorurtheilen auf eine tobte Weisenachstrebte. Auch die Umstände des Volkshatten sich geändert. Was voraus Angelegenheit desPublikums gewesen war, ward Spiel einer unmäßi-gen Liebhaberey. Man ließ Tage hinab mit Schau,spielen wetteifern, da dann durch die Menge derSpeisen der Gaum gewiß den Geschmack verlor undschon der unersättliche Hunger von Krankheit zeugte.Wie sich derThaten - und Freiheitsgeistdes Volks verlor, hatte die Bühne ihr Elementverloren: der gute Geschmack lebte also in alten Re-sten, und zwer zu neuen Hervorbringungen todt,wie man berchs die Keime zu diesem Verfall inAristoteles Poetik selbst siehet.

c) Mit der Redekunst gings eben also. Alsdie Freiheit der Griechen sank, war auch ihr Feuerdahin: in Demosthenes war es, wie in derletzten Noch, eine auflodernde Flamme gewesen.Die Redekunst kroch in Schulen, oder in enge Ge-richtsschrankcn, sie krümmte sich im Staubs undverstummte. Das hat L ong in schon simpel undstark gezeiget.

ck) Die Kunst, die ein großer Feld von Ver-anlassungen, zudem einen sehr sinnlichen, anschauba-ren und beinahe mechanischen Zirkel hatte, konntesich langer, und auch im Vorhofe der Monarchie,noch erhalten, so lange sie entweder keine Skla-vin war, oder unter einem guten Joche diente.Der gute Geschmack in ihr war gleichsam fixirt,und da bei ihr Alles auf Uebung und Nach-