bei den verschiedenen Völkern re. 23
и) Hätte jemand der Griechen Homerseyn wollen, unter Umständen, da kein Homer feynkonnte, gewiß ists, daß er »uc ein falscher Homergeworden wäre. Apollon ius unter den Ptolo-macrn ist davon Zeuge. Er trat ins Schiff derArgonauten; wie kam er dahin? weshalb bestieg ers?konnte und wollte ihm jemand nachsteigen? SeinZeitalter lieferte ihm dazu weder Sitten nochSprache, weder Inhalt, n o c h O h r , nochZweck, noch E m-p f i n d u n g : er ward also eintodter Nachahmer: e-r sang außer seinem Ele-mente. Hatten die Griechen früher so angestrebtund gesungen, was ihnen zu singen nicht gebührte,so hatte auch der gute Geschmack so lange nicht ge-blühet. Ihr guter Genius bewahrte sie aber vordieser Bahn des unnützen, kraftlosen Neides. Siesangen, worüber sie Herren waren : die Dichtkunstrückte mit dem Zeitalter weiter: sie folgten Homer,indem sie sich von ihm entfernten.
к) Sobald die Zeit entwich, da die Triebfe-dern des guten dramatischen Geschmackszusammengewirkt hatten, sank dieser mit ihnen. DieGegenstände der Bühne aus dem Kreise dergriechischen Fabel, den sie den Eyklus nannten, wa-ren erschöpft: man wählte schlechtere oder behan-delte die vorigen neu, das ist schlechter. Der ersteglückliche Blick war von den Meistern desDrama geschehen: die Muster standen da, undverschatteten den Nachfolgern die Sonne. Manahmte nach, statt frei zu behandeln, und eine zwi-schen Freiheit und Knechtschaft gctheilte Seele wirktpie ganz und edel. Da der Geschmack nur im gan-