22 I. Uriachen des gesunkenen Geschmacks
äußere Anstalten trieben zu eben dem Zweck; sieweckten, sie bildeten und belebten. Da gabs alsoPcrikles, Alcibiades und einen Demost-henes, noch ehe die Flamme verlöschte. Natur-geist einer griechischen Republik oderLehre wchete in den Reden griechischer Redner.
4) Die Kunst endlich, die das weitesteFeld von Veranlassungen hatte, ging ebendie Bahn. Die Bildung der Griechen, ihr Ge-fühl für Wohlgestalt, sür leichte Hand-lung, Lust und Freude, ihre Mytbolo-gie und Gottesdienst, die Liebe zur Frei-heit, die ihre tapsern Männer und edeln Jüng-linge belohnte, gnd niedrere Ursachen , die Winkel-in ann vortrefflich entwickelt hat, schufen ihre Kunstzur Blume der.Schönheit: sie war eine leben-
dige, veredelte griechische Natur, wiealle vorigen Produkte.
Was folgt aus dem Allen? Ein sehr einfacherSatz, den man sich immer gar zu gern als künst-lich und vielfach denket: nemlich, der gute Ge-schmack war bei den Griechen in ihrenschönsten Zeiten eine so natürlicheHervorbringung, als sie selbst, alsihre Stammes- und Lebensart, als ihreSituation und Verfassung waren. Erexistirte, wie alles, zu seiner Zeit und anfeinem Orte, zwanglos, aus den sim-pelsten Veranlassungen durch Zeitmit-tel, zu Zeitzwecken: und da diese schöneZeitverbindunq aus einander ging, schwand auch dasResultat derselben, der griechische Geschmack.