Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

der der, verschiedenen Völkern u. r3

Redekunst mitten im Kampfe und Vernunftgebrauchebürgerlicher Geschäfte: so die übrigen Dichtarten ausHomer. Die Beisitzerin der himmlischen Nathschlä-ge, die Ueberlegung, leitete die Griechen bei jedemSchritte; daher kamen sie auch auf ihrem einfälti-gen Wege so hoch. Je mehr man sich gegentheilsdavon entfernte, desto mehr sank die Kunst, dieWissenschaft und Alles. Verstand ist die Seele:Genie gleichsam der Körper, und die Erscheinung bei-der in einander heißt guter Geschmack. Wie solle»sich die nun einander widerstreiten?

Soll also die Vernunft den falschenGeschmack befördert haben, so will mairvielmehr Unvernunft, Klügelei, So-phisterei sagen. Entweder daß man sich vor-lauter lieber Vernunft der sinnlichen Gegen-stände entwöhnte, und das thut unsre wahreVernunft nie: denn über Sternen zu schweben, istuns nicht gegeben. Oder man will sagen, daß manauch über sinnliche Gegenstände die Vernunftfalsch verwendet, daß man gcgrübelt habe, woman empfinden, Merkmale getrennt, wo man sieverbinden, Regeln gegeben, wo man hatte handelnsollen. Und dann war das widcrum keine achte Ver-nunft, deren erstes Geschäft es ist, zu wissen', wo»hin sie gehöre, und weg - oder fern zu bleiben, wozusie nicht tauget. Unter keinem Vorwände konntedurch sie falscher Geschmack entstehen.

Das ist so wahr, daß selbst Produktionendes falschenGcschmacks in der Folge nichtumhin konnten, aufs Neue die Vernunft Hubilden, und sich an ihr selbst zu zerstö-ren. Mochte immer im Anfänge des Taumels die