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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
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i2 I. Ursachen dos gesunkenen Geschmacks

selbst sie braucht den trefflichsten Biencnvcrstand zurVollendung, und je edler ein Genie ist, in je wür-digerer Sphäre cs strebt, und je würdiger es seinStreben vollendet; desto mehr muß es treffendeumfassende Vernunft zeigen, im schnellstenFlammenstrome der Thatigkcit und der Empfindung.Der Schöpfer, der alles übersah und gut fand, ge-noß, geistig zu reden, den Augenblick der höchstenVernunft, und sinnlich zu reden, den Augenblick deentzückendsten Geschmackes.

Als sich das griechische Trauerspiel vonThespis Karre zu Acschyius und des großen Sopho-kles Geschmack empor hob, was war's, das es sofortrückte? Genie mit Vernunft, Uebcrlegung mitfühlenden Kräften begleitet, kurz, Geschmackwar's, was ihm Geschmack anschuf. DiesRohe, Feierliche, Leere, Kalte ließ man hinweg; jenesWirksame, Handlungsvolle bog man aus einander:Einheit und Mannigfaltigkeit paarten sich: da wardGeschmack, Schönheit! Als Euripidessich nachher, wenn auch mit den schönsten sokracischenReden von diesem festen Ziele der Uebcrlegung desEinen, der Handlung, wegwandte: so zeigt Aristote-les, daß die Bühne mit allen diesen sokratischen Re-den nichts gewonnen habe. Was wars also, das dieKunst der Griechen schuf? Genie- und that-vollc Uebcrlegung. Der alte ägyptische Stylwar da, hart, trocken, leer von Stellung und Hand-lung : man dachte, man fühlte, man schuf dem Mar-mor seine schöne Runde, Wohllaut, Handlung an;und der Geschmack der Griechischen Kunst ward. Soentstand Homer aus vielen Mahcchen, aus Schla-cken und Troja-Dichtern vor ihm: so entstand d>?