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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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8 I. Ursachen des gesunkenen Geschmacks

bens sich schon die Kräfte des Geniesverzehrten: man sieht, wie elend es so-

dann mit dein n a c hj amm crn d e n G e s c h ma-ck e s t e h e. Ist er noch mehr als Geschmack, kanner durch That helfen, und Zzurückzichen, wohl-an, so thue ers freudig, und seine That avird wir-ken. Denn die wahre Bildung und Zurückbildungkann nur immer in der Gestalt von Exempeln ge-schehen; die Lehre muß Geist und Kraft angenom-men haben, sie muß Ucbung und Tugend gewordenseyn: so wird sie anerkannt, so wird sie gefühlt,versucht und befolget werden; ist sie das aber nicht«so kann der bloße Zuruf nicht helfen. Ist eine Schu-le so verfallen, daß weder im Lehrer noch in denSchülern Kraft, Lust, Vorbild, Nacheiferung ist: soHilst die beste Schulordnung nichts. Und ist ein le-bendiger Körper im Sterben, so kann ihm die besteDiät oder Promenade nicht helfen. Das zeigenalle einzelne Stimmen in den Jahrhun-derten der Barbarei und des verfallen-denGeschmacks. Waren sie blos Stimmen, sowirkten sie nichts; geselletcn sie sichaber mitKräften, belebten sie das Genie und weckten an-dere Genie's aus: so ward eine bessere Zeit.Die eine Schwalbe, die der Frühlingshauch geweckthatte, prophezcihcte mehrere und sic blieben nichtaus. Geschmack in Einer Kunst weckteden Geschmack in allen Künsten: cs wargleichsam ein harmonischer Aether da, in welchen dieähnlichen Saiten aller verschiedenen Instrumente aufeinen Druck bebten und klangen.

Nur also Genie's können und müs-sen Genie's bilden und zurückbilden zur