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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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369
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und Ho Milieu. 269

Absicht Gottes erhellen, sich dieser Anlagevergewissern, sich diesen Traum von B 0 ll-k 0 m m cnheit zu einer Besinn» ng, zu einererwachende» Offenbarung machen kann,wie cs kein Thier kann! Und wiederum ist dochder Mensch das einzige Geschöpf, das in diesemPlan, in diesem wachenden Traum, der Vollkom-menheit am wenigsten vollendet, am meistenrückbleibt! Jedes Thier hat bei seinem engernKreise, bei seinem einförmiger» Geschäfte einenweit fester» Plan, der ihm eingedrückt ist; cs er-reicht denselben ohne Hülfe und Lehre, bisauf alle augenscheinliche Vollkommenheit>Das Gebäude der Biene, und das Gewebe deSSeidcnwurms ist ein weit vollendeteres Kunstwerk,als alle Zwecke eines menschlichen Le-bens, mit denen jeder in seiner Art unvollendetstirbt. Was. ist das also alles anders, als derMensch ist gleichsam die Brechung von Tö-nen; er ist bas kühne Ufer zwischen See und Land,

> das gewagte Mittclgeschöpf zwischen En-1 gel und Thier. Er hat auf der einen Seite so- v ie l h in te r si ch, in sich so viel Anlage, undso wenig Vollendung, so viel Keim von Kräf-ten , und so wenig Frucht der Vollkommenheit, daßer gewiß, ganz gewiß noch weit mehr undhöhere Wesen vor sich hat. Und das ist nichtVermuthung, nicht Traum, nicht süßerWahn: sondern so wie bei einem Gcmählde, demWerke eines unvollkommenen Künstlers, es gar keinZweifel ist, daß, wo sich die Schatten brechen,Licht folgen müffe; so wie bei einem T v n-stück, dem Werke eines unvollkommenen KünsteHerders Werke z. Rcl. u. Lheel, Ul. Aa