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Christliche Reden
ihre Schöpfung, ihr G n n g i n s U n end-lich c, in des Ewige, ins Unermeßliche der Ketteder Vollkommenheit hinaus.
Und daß der Mensch nun hier in diesem Er-dcnzustande diese Vollkommenheit nichtsminder als erreiche — ach Gott! wem darf dasnoch gesagt werben? wer ist nicht, der das jedenAugenblick seines Lebens fühle? Was ist unsereWahrheit? unsere Tugend? unsere Gütedes Herzens? unsere Bcstreb s a m ke i t zumBesten der Welt? die W a h r h e i t —- welch eindunkler Schein! ein Sonnenstrahl, der durch Ne-bel bricht, eine düstre Lampe voll Jrrthümer, Zweifelund Bekümmernisse der Seele. Unsere Tugend, wiearm! wie unvollkommen! selbst die sorgsamsten undsogenannten besten Handlungen oft an welchen Fa-den, an welche Beweggründe geknüpft! Die Safteunsers Herzens, die alles durchwallen, wie unlauter,wie grob, wie irdischer Natur! Unsere besten Be-strebungen, wie nichtig ! wie kurz fallend! Eineschwache Woge, die vielleicht noch zwo andere nochschwächere Wogen fortceiffct, und zerronnen ist!der Strom der Zeit reißt uns fort, reißt allesUnsrigc fort, und nichts ist mehr übrig! Wir fan-gen an zu bauen, enden nicht, müssen fort, derNachkommende baut auf unfern Trümmern, endetauch nicht, muß fort — alles ist unvollkommen!endlich! nichtig! — Und doch ist etwas Wirkli-ches in dem Traum! doch ist immer unlaug-bare Absicht und Anlage Gottes unter alledem Nichtigen! Und eben der Mensch ist doch daseinzige, das edlere Geschöpf, das sich diese
Ab-