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Christliche Reden
daß das Wesen dieses Lebens sey, immerfortzu leben, w e i t e r hin zu streben , auf einengewissen weiecrn Punkt des Guten, des Behagli-chen, des Vollkommenen Hinzurücken. Jedeunserer Empfindungen muß uns das sagen! undjeder unsrer Gedanken, Wünsche, Ent-schlüsse, Handlungen, Erwartungenist nur eine Erscheinung, ein Zeichen, eineGestalt dieses Wesens, dieser fortqe-henden Empfindung. So bald der Menschnicht mehr lebt,, so ists für ihn , als wenn ergar nicht wäre, und wenn er diesen Augenblicklebt, und den folgenden nicht mehr leben soll,so ist er den jetzigen nicht mehr, er verliert schonden Genuß seines Daseyns; er würde Angst undMarter fühlen, die arger als der Tod wäre —aber, M. Z., er kanns nicht einmal fühlen, erkann sich diesen Zustand nicht einmal denken —die menschliche Seele hat vom Nichtseyn keinenBegriff. Wenn sie ist , so lebt sie; das heißt, siestrebet, sie denket, sie wünscht, sie wirktauf die Zukunft; sie hat immer den Plandes F v r tg e h e n d e n, des Ewigen dunkel imSinne, auf den sie arbeitet! sie kennt kein Ende,keine Grenze, keinen Tod.
Und da dies nun nicht etwa bloß einigen vor-züglichen menschlichen Seelen, sondern allen,allen zukommt; da keine Handlung, kein Au-genblick in ihr, kein Gedanke, kein Wunsch gedachtwerden kann ohne dies Gesetz des Fortlebens, desFortstrebens, der Wirkung auf ein Mehreres, Wei-teres , Vollkommenes hinaus: da die dunkelste und