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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Seite
359
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die nun zu ganz andern höhern AbsichtenGottes dienen, zu denen uns ganz der Sinn,der Begriff fehlt? Wir, denen das engeReich Gottes, das vor uns liegt, zu groß, zu un-endlich ist, wir sollten von einem Reiche Begriffehaben können, das von diesem so unendlich ver-schieden seyn muß, und auf diese Forderun-gen unsre Zweifel, unsre Wünsche bauen? Nim-mermehr! sobald ein Todter stirbt, hört seinSchauspiel für uns auf; die blaffe Deckedes Todes fallt über seine Glieder! sein Auge schließtsich seinen Freunden, zum Kennzeichen, daß dieseFreunde nicht mehr für ihn sind. Sein Ohr ver-stummet ihren Klagen, zum Zeichen, daß dieseKlagen ibm nun nicht mehr Nachfolgen sollen. Esfangen Empfindungen beim Anblick des Leichnamsan, die nickt mehr z u ihm rufen, die vonihm entfernen, zum Zeichen, daß er jetzt un-ter dem Gesetz eines Wesens scy, das diese widri-gen Empfindungen nicht kennet! sein Geist, derFunke, der ihn zu empfindenden Menschen machte,ist weg, und die Hand des Zergliederers findet keineSpur, keinen kleinen siirhenden Nachrest desselben.Selbst das Bild des Menschen schwindet inKurzem vom blassen Angesicht: er verweset: er willzur Erde; er will vom Anblick weg, in eine dunkleRuhestätte! und hat er die gefunden, o! da ist ergleichsam heilig! keine Klage und kein Lob undkeine Nachforschung soll ihn mehr stören! Er liegt,und ist des Herrn! und über und um ihnist Stille! Kein Schatte, keine Erscheinung! wirhaben Aussichten genug zur Unsterblich-keit, zur Ewigkeit, aber nicht bei den Tobten-