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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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354
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Christliche Reden

selbst den Moder des Grabes mit Blumen bestreuet;wir sehens nicht, bis wir hincinsinken, und wennwir hineingesuuken sind, sehen wirs noch weniger.Der schwache Mensch hat also nur unter dem gegen-wärtigen Augenblick zu leiden; das Ver-gangene bringt bald die Zeit mit ihrem berau-schenden Tranke ihm aus der Seele; die Zukunftsieht er nicht, tauscht sich damit, mahlt sie sich,wie er will. Er geht also, so lange er geht, ander Hand Gottes durch die Welt, undwenn er nicht mehr gehen kann, wenn er dahinsinkt sein Auge schwindet die Kräfte seinerSeele verwirren sich er kann sich selbst nicht lei-ten O, dann ist er um so gewisser an derHand Gottes. Der hats eben so geordnet, daßsich die Kräfte verdunkeln müssen, um zu zeigen,daß der Mensch nun in seiner Macht seytodt, wie schlafend; wer würde, wenn ervom Schlaf nichts wüßte, ihn errathcn? ihn ahnen?wer nicht vor ihm, als einem wahren Tode, er-schrecken? Und sehet, der Mensch ist auf so wun-derbare Weise in der Hand Gottes. Er schlaft ein,sich unbewußt erstatten sich seine Kräfte, verjüngtsich seine Natur; er wacht auf, neugeboren, undweiß nicht, wie ihm geschah. Wie der Schlaf,so der Tod! Eben dieselben Zeichen, eben dieselbeSicherheit und Abzweckung Leben wir, soleben wir dem Herrn! sterben wir, somüssen wir ihm gewiß sterben.

Und wenn sich nun wirklich väterliche Absich-ten Gottes dabei zeigen, daß uns unser Tod vor-her unter die Decke der Zukunft verhüllt ist: so