und Ho Milien.
35Z
gegenwärtige Leben; der bevorstehende M a n-gel der Entbehrung, der Nvlh, der Krankheit, derTrennung, den gegenwärtigen Genuß der Freude,der Freundschaft, der Liebe, der Wirksamkeit, derHoffnung. Du hättest die vocwisscnde Weis-heit, oder vielmehr den Vorwitz eines En-gels bei den schwachen Bedürfnissen eines Men-schen, und wärest also gewiß unglücklich, so wiedie Welt Gottes keine Welt, und seine Absichtenkeine Absichten mehr blieben; — alles verfiele!zerstäubte! ginge auseinander! aus dem jetzo frohirrenden, sorglos unwissenden Menschen würde eintrauriger Grübler der Zukunft! schwachund weise! vorwissend und unglückselig!
O Mensch! danke Gott für Alles, was er dirgab, und was er dir entzog, für jede mitgetheilteund versagte Kenntniß. Jetzt, da du ein Menschseyn, unvollkommene Wünsche haben, undunvollendete Absichten vor dir hcrtreiben sollst,bist du zu deinem Glück auch in deiner Voraus-sicht begrenzt und unvollkommen, und so tauschtdich die Hoffnung bis an den Rand deines Gra-bes. Die Einbildung wallet vor dir hin, genießt,wo sie nicht mehr genießen soll; hoffet, selbst wonicht mehr zu hoffen ist; sie scherzt, wie ein Lamm,beim Untergang der letzten Abendrothe, und weißnicht, was der folgende Morgen ihr für ein Schicksaldräuet — was sollte es ihr auch helfen, wenn sie'swüßte? hat das Lamm Macht, dem Schlachtmesser,und der Mensch Macht, dem Tode zu entkommen?und wenn ers nicht hat, warum soll er ihn sehen?Die Vorsehung hat ihn also verborgen; sie hatHerders Werk- z. Rel- u. Lheol. Hl. A