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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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352
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352 Christliche Reden

ein Ring an einer hohem Kette, und an welchemOrte cs dieser Ring sey wer weiß das? undohne dies zu wissen, wer kanns fodern, seineBestimmung wissen zu wollen, die ja ebendies Verhältnis ist? und wenn manS nun wüßte,wenn uns ein Schicksal es offenbarte, uns unvoll-kommenen, nie etwas vollendenden Menschen?>O Menschen, welch ein Unglück! Du würdest sehen,wie du nur hingestelll bist, hier ein Scha t-ten, und zwar nur der kürzere Schatten zuseyn; anzu fangen, aber nicht zu vollen-den; zu streben, dich zu bemühen, zu sorgen,und nicht zu erreichen. Deine VorfahrenHabens eben so gemacht, haben gestrebt, gesorgt,gcmühct, angefangcn, aber nicht vollendet Dustehest, du solltest es eben so thun; anfangen, nichtvollenden, von hinnen gehn, und deine Arbeit, wiedeinen Körper, dem Staube, der Verwesung, über-antworten das sey deine Bestimmung!das solltest du nun sehen? deutlich sehen? es denherrschenden Gedanken deines Lebens seyn lassen?traurig herrschender Gedanke! Wo würde nun nochdein Muth und deine Freudigkeit zu leben bleiben?wo würdest du etwas anfangen wollen, was dudoch nicht vollenden kannst? nicht vollenden sollst!was solch ein Ende nehmen soll! Wo würdest duzu Wünschen, zu Erwartungen Lust haben, diejetzt den Reiz deines Lebens ausmachen, und diedann deine Qual ausmachen müßten, wenn du esewig empfandest, daß es bald verwelkte Wünsche,verwaiste Hoffnungen, zerfallene Kranze und Blü-lhen seyn müßten. Die Zukunft verbittertealso die Gegenwart; der künstige Tod daS

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