Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen
 

3.z6

Christliche Reden

nicht wieder zu sehen das Gute, undkein lebendig Auge wird uns mehrsehen. Wenn, M. Z. , diese Bilder von derSki.iv'eei und dem Nichts des menschlichen Lebensirgendwo erhaben und rührend ausgedrückt werden,so Hts im Buch Hiob: und wie viel rührender

werden sie, wenn wir die engern Bande desmenschlichen Lebens betrachten, die Bezie-hungen , in denen doch der Mensch Herr zu sennglaubt; die Empfindungen, zu denen er doch be-stimmt zu seyn scheint, und die alle miteinander,Bande, Beziehungen, Empfindungen, Zwecke, ba-nnt nichts werden. Da stirbt eine Mutter,,eben da sie Mutter wird und zu seyn dachte, undes nicht seyn soll. Der erste Athemzug der Ihrigen,die durch sie das Leben bekommen, wird ihr letzter,Leben und Licht der Welt zu verlassen; die Kinder,die von ihrem Herzen getrennt werden, sind be-stimmt, auch ewig ihre Seelen zu trennen. DieMutter muß von der Welt, indem sie ihre Liebl-lingc der Welt giebt Kinder in der Geburt schonohne Mutter, Mutter ohne Kinder; alles verwaiset,getrennt, zerrissen ! Das Schicksal scheint der Bandezu spotten, die es doch selbst geknüpft; die Em-pfindungen zu Holmen, zu denen es doch den Men-schen selbst bestimmt hat. Er ist da, sich Freunde,Stand, Beruf, Geschäfte, Gatten, Bestimmungenzu wählen, muß Zwecke, Forderungen der Naturerfüllen; und ist nie Herr darüber, wird nie dar-über zu Rathe gezogen, wie lange er sie erfüllensoll! muß fort, und alles verwaiset hinter sichlassen Herz von Herz gerissen, Kinder, die sichnicht an das Bild ihres Vaters erinnern sollen,