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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Christliche Reden

men, kann einem empfindlichen Geschöpf keine Thräneentfallen, ohne daß wir sehen, wie fern und nahe,bei Freund und Feinde sich ähnliche Saiten der Em-pfindung regen, schwirren und beben, bis alleswieder hcrgestellt ist, was sie vermögen großerAllempsindcr, der fühlt und mitfühlt, daß Einge-weide in allen Adern der Natur voll Erbarmen wal-len , der durch jedes Mitgefühl zu Hülfe zu kom-men strebet, das bist du ! Jammert einen Menschen,einen Fremden, einen Feind sein Bruder: kann eineMutter ihre Kinder vergessen, so kann er uns nichtvergessen: wir sind das Siegel, der Ausdruck der

Empfindungen seines Herzens selbst.

,,W o habt ihr ihn hin ge legt?Komm und siehe!" Un d I csus w c i n teselbst! Wie nun? was war an den Worten, ander Frage und Antwort und an dem Gehen nachdem Grabe, daß der, so erst seinen Schmerz zu-rückhielt und selbst auf eine edle Weife zürnte, daßihm noch in den letzten Augenblicken der Hülfe dieWehmuth so vieler so stark und enge in den Wegtrat was war nun an den Worten, daß der jetztselbst ausbrach in Thrancn ? Wer das nicht füh-let! Sage dir selbst, o Mensch, erst immer vielabgezognen Trost über Grab, Tod, Leiden, undkomme nun, es bestimmt zu denken, zu sehen,zu fühlen: da liegt er der Kranke! da wird erhin gelegt, der kalte Erdklos, nicht mehr Mensch,nicht mehr Bruder, der unter uns, bei unswohnte und lebte wird hingelegt und liegt aufseiner Bahre, ein Stück Eis! gleitet hinab indie Tiefe, und die dumpfen Erdschollen ihm nach