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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Erde zu Erde! da liegt er, in seiner Wohnungallein, der uns nicht mehr zugchört, zu dem nie-mand Unser mehr kommt, ist nun in der HandGottes, wartet als ein Saatkorn der Auferstehung heiliger Schauder, fasse du oft uns, wenn wirGräber sehen, wenn wir über dahingelegteBrüder hinwandeln: auch uns wird man also hin-legen! und vergessen.

Und Jesus weinte am Grabe. Wiehat der Sohn Gottes unsre Hülle der Menschheit,auch unsre Erde, unser Grab geehret! Freilichist das Grab, der Leichnam menschlicher Empfin-dungen einer Thrane werth. Der du sie auch wei-nen mußt, und stehst am Grabe: gedenke, daß

Jesus einst auch also stand und weinte Gedenkeaber auch, was gleich folgte an jenem Grabe: daswird auch an dem, wo du stehst, folgen.

Die Juden wähnten über seine Thrane ereilte, als bemerkte ers nicht, zur That: Hebetden Stein ab!

Aber was für eine arme Empfindung kam nochdazwischen:Martha sprach: Herr er stin-ket schon: denn er ist vier Tage gele-

gen." Arme, immer voreilige, unwesentlich be-sorgte, in jede kleine Empfindung zertheilte Mar-tha, was machst du dir für Sorge und Mühe ldie Kluft ist jetzt geöffnet: dein Helfer, an den dudoch erst so schön glaubtest, steht da: der feierlicheAugenblick, da du die Herrlichkeit Gottes sehen unddeinen tobten Bruder empfangen sollst und imletzten Augenblicke muß dich noch der Duft der Ver-