hier unterdrückte. Es war geschehen! „Wärest duhier gewesen!" sagt Martba nachher, aber er warsnicht. — Leide auch, o Mensch, mit solchem An-klimmen in den Willen Gottes, wie lang und schweres sey — nicht als unter einem Joch der Noth-wendigkeit, sondern mit bestimmter Aussicht undHoffnung. Der Blick des Allsehcnden hat schon sei-ne Zeit gefunden, und keiner deines' Zwischenseufzerwar vergebens.
Am dritten Tage spricht Jesus:„lasset uns in Judäa ziehen!" SeineZeit war da , sein Werk rief ihn. Die furchtsamenJünger erinnern ihn an seine nculiche Todesgefahr;er aber spricht: „Sind nicht des Tages
z w ö l f St u n d en? ich wandle am Tage, nochist keine Gefahr — ich gehe nicht hin zu sterben,sondern einen Schlafenden zu erwecken. LazaruS,unser Freund, schlaft."
Lazarus, unser Fkeund, schläft!Siehe da die schönste Ueberschrift auf das Grab desTobten, die ihm der edelste der Menschen- seinFreund, setzte. Nicht aus Wohlstand, sondern ausWahrheit hat Jesus den Tod Nicht genannt j nannteihn nur imiNer Schlaf- Nichttod, sanften,gewissen Uebekgang zum Leben. Das sollte auchsein einziger Begriff und Gefühl in der christlichenSprache, in allen Christenseelen bleiben. Zu demBilde, zu dem täglichen Eindruck ist uns der na-türliche Schlaf gegeben. Wie da Nur das Aeußeredes Menschen stirbt : sein Lebensfunke von innendauert fort, ja suchet, durch einen wunderbaren,
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