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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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310
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3>c) Christliche Reden

Müsse und Demonstration nöthig, um gefühlt zuwerden? Nein, und wo sie das erst nötbig hätte,wirkte sie nie! die höchste Tonkunst und Wohllautder menschlichen Seele ist Tugend; der höchsteWohlklang der Tugend ist, wo sie sich dem Urquellalles Guten, der höchsten Harmonie und Einfaltnähert, Religion, Gottseligkeit und Un-schuld. Wo sie klingt, wo der Klang eine mensch-liche Seele nur ohne Geräusch auf einem Empsin-bungspunkte findet über den Eindruck sei nichtzweifelhaft, sei nicht verlegen: der ist schnell, still,gewiß und lebendig, wie die Kraft des Lichtstrahls,der Schwere, der Bewegung und aller Kräfte., mitdenen Gott in der Natur wirket, Die Geschichtejenes, der nur durch die Miene des Weisen im Bilde,durch den Statten von seinem Antlitze, auf demalle Größe und Heiterkeit und stille Würde derTugend schwebte- nur in einem Blicke davongerührt, alle sein voriges Lasterleben auf einmalverschwor: die Geschichte mehr qls eines, dem Chri-stus gleichsam im Bilde erschien, und ihn auf ein-mal umwandtc wie oft Ein Gedanke, E>nSpruch, Ein Wort Gottes, der Ton eines Liedesdiesem vielleicht nur Vorübergehenden, der gar nichtzu dem Zwecke kam , mit Gotteskraft ans Herzwirkte wie oft ein behorchtes Gebet, eine imVerborgenen gehörte Stimme der Einfalt, Unschuld,Gottseligkeit und der kindlichsten Herzensentschüttungvor Gott, selbst auf den feindseligen Behorchen mehrWirkte, als alle Anmahnung und gerade abgezweckteUeberlegung- wie endlich insonderheit die starke,aber um so schweigendere Stimme des guten Bei-spiels mehr sagt und Wunder thut, als alles, und