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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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296
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296 ' Christliche Reden

Wunderbares der Art, und ein Neligionssystem sichbei ihren Fischcrnetzcn wohl nicht zu erträumen Lust,oder Muth, oder Anlaß hatten. Die Galiläer, diezuerst Jesu Wunder sahen und glaubten und zeug-ten, waren die uneingenommensten, die in Judäagefunden werden konnten: Fischer thun nicht Wun-der und erfinden keine neue Religionen. Thut man nunnoch hinzu, daß der Anfang des Lehramts Jefu inGaliläa, von Judäa entfernter, mehr und langergesichert war; daß, da er nicht unmittelbar unterden Augen der Feinde entstand, er mehr, als Ga-lilaerkram, verachtet und verspottet, als verfolgtwurde, und also in der wilden Wüste zuerst ruhi-ger Wurzel schlagen konnte und wie viel Ursa-chen mehr mögen cs seyn, baß Gott auch hier, wiemehrmals in der Welt, den dunkelsten Ort desLandes zum Anfang der Morgenrörhe machte, ausdem sich also, wie vom unerwartetsten Winkel derErde Licht über die Welt Herzog. Und das wars,was der Prophet verhieß;darum sollte Jesus ausNazareth kommen."

Wenn wir geneigt sind, etwas zu tadeln undbesser zu wünschen, so si'nds meistens die Zeiten undUmstände unsrer Erziehung. Da finden wir oft soviel Fehler, hatten so manche gute Wunsche, wün-schen uns so oft an diese und jene Stelle Kurzwir tadeln am meisten da, wo wir vielleicht garnichts verstehn. Wer setzte uns in die Welt? undwozu waxs, daß er uns setzte? Warum, daß wirhie und nicht dort, und unter den fehlerhaften Um-ständen erzogen wurden, und werden sollten?Da nichts weniger gleichgültig ist, als die Erziehung