und Homilien. 295
und mit der er, ihm sonst uneigcn, menschlicheOhren nur so getäuscht hätte. Er nahm nichts an,er affektirtc nichts. Die ewige Weisheit war hierMensch, ganz Mensch, und in Galiläa erzogen.Also auch nur in dem engen armen Kreise, unterden Bildern, in der Sprache erzogen: die Fischer-und Ackergleicknisse sind ihm so natürlich, als erund kein Gott vom Himmel sic aussprach. Dieewige Weisheit wählte den Ort der Bildung Jesu,und da sie ihn gewählt hatte, war, was in ihmgebildet ward, wirklich dem Ort, der Bildungs-schule ähnlich. In keinem Worte Jesu lasset unsalso den sich herablassenden, nur so thöricht reden-den und es besser wissenden Täuscher; den treuher-zigen, wahren, einfältigen Galiläer laßt uns hören,und den Edelstein bewundern und schätzen und lie-ben , der nach dem Rathe Gottes in dem Staubewuchs.
Galiläa das Land seiner Erziehung, und alsodie erste Pflanzung des Worts Gottes in diesemLande. Das Volk, das im Finstern snß,sah das Lickt rc. Nicht Weise also, nicht Vor-nehme, aber schlechte, gute, unverdorbne Leute, diekein System im Kops hatten, cs zu vcrlheidigen,und keine Sucht, Weisheitsruhm durch ihn zu er-langen — die warens, die seine erste Stimme hör-ten , seine ersten Wunder sahen: seine ersten undtreusten und viel ausrichtenden Jünger waren Ga-liläer. Mich dünkt, auch hier hat die Einfalt, dieGott erwählte, für die Religion Werth, die durchsie und in ihr gegründet werden sollte. Alle dieseJünger waren Leute, die Jesum kannten: die ein