Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

lind HoinilieN. L69

muth, Verfolgung, Jammer, war ein bittrer Todsein Lohn. Und sie blieb eine Verlassene mit blu-tendem Herzen!

Aber in eben dem blutenden Herzen war Gnadeund Vorzug. Sie war die Einzigerwahlte, also zuleiden ! Ihre stille, tiefe Seele war eben zum Mu-ster der Geduld und der Gottesergebung erkohren,,Es wird ein Schwert durch deine Seele dringen,auf daß., wie vieler Herzen, so auch deines reinen,geduldigen, edeln Herzens Gedanken offen-bar werden vor Gott." Und fo war das KreuzChristi ihre Prüfung, und Anlaß zum Lohneihr Segen!

Auf daß vielet Menschen Gedankenoffenbar werden. Große Aussicht! Welch einSchauplatz menschlicher Handlungen bss zur tiefstenQuelle wird damit eröffnet! Der Vorhang wegge-zogen, und wir alle als unsichtbare Geister mitihren Gedanken stehend vor Gott Und welch einAufschluß damit auf den Zweck des rathsclhaftenLebens!

Wozu bin ich hier auf der Welt, wenn dasäußere Kleid, die Schatten- und Trughülle, Weltund Endzweck ist: alles schwindet und fließt zusam-men gut und böse, Trug und Seyn, cs wirdnur Farbe! Elend, wenn hinter der Fabbe keinWesen wäre, kein bleibender Zweck und welcheskann der seyn? In der sichtbaren Welt kann csnicht liegen, die ist eben unaufhörlicher Strom,Schatte, Rtgenbogcnspicl der Farben. Wie aber

>