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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Seite
250
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Der Evangelist leitets als merkwürdigen Um-stand ein, daß Jesus zur Zeit der Römer,und zwar zu solcher und solcher Zeit geboren wor-den , als v. r. 2 . gemeldet wird:

a) vorzüglich wohl, um die Schatzung in Beth-lehem einzuleiten; es als Probe der SchickungGottes einzusührcn, wie Maria und Joseph bei all'ihrer Armuth von einem entfernten Theil Judäaseben in die Stadt kommen müssen, die zur GeburtJesu lange vorher bestimmt war. I". Micha (Kap.5, i.) steht die Weissagung darüber, und daß sienicht bloß unläugbare Weissagung auf die Zukunft,wie offenbar schon jedem das Lesen derselben zeigenwird, sondern auch damals schon allgemein aus denMessias gedeutet ward zeigt die bekannte Stellebei Ankunft der Weisen (Matth. 2 , 5.) wo nie-mand in Verlegenheit war, den Ort der GeburtJesu gleich auf eben die Stadl zu bestimmen, wor-über man eine ungezweiselte Wesssagung anführte. So leicht ward es Gott, jeden fernen Umstandseines Reichs durch Mittel bewirken und einkrcffenzu lassen, woran diese Mittel wohl am wenigstendachten. Die Römer schätzten alle Welt, so auchJudaa! so auch ein kleines Städtchen in Judäa!so auch die vielleicht ärmste Familie, die sich ur-sprünglich zu dieser Stadt schrieb dachten dabeian nichts minder, als warum bei der Gelegenheiteine Geburt sich eben jetzt und hierzutragen sollte?aber Gott, der alle Reihen von Begebenheiten, Zu-fällen, kleinsten und größesten Schicksalen in EinemBlick denket, Gott dachte daran! Und dem Men-schengeschlecht ward ein Merkmal, der Wahrheit!