Christliche Reden
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der Erscheinung ganz unsre Denkart, unsre Sprache,ja gar die lächerliche Sprache eines Traumbuchs,„wenn mir das träumt, so muß es mir das be-deuten" und die Erscheinung mag nun so gütig seyn,sich nach dem Wörterbuchs zu richten->
Endlich so unwichtige Sachen — manweiß nicht wie? was? oder wozu? so nebelvollund dunkel! man hat, ehe der Traum zu Endeist, ihn schon vergessen, nur Stückwerke von ihmweben ssch, wie im quellenden Moraste, bei Lebcns-vorfällerc Hw und da auf: was ist da natürlicher
und sicherer, als „wer auf Traume hascht, dergreift nach seinem eignen Schatten!" denn wassind sie in genauem Verstände anders, als —Schatten von uns selbst!
Und wie darf man solche Träume nun mitden wunderbarsten Stellen der Schrift vergleichen,wo der Traum Gottes jedesmal fo sebr an feinemOrte steht, auf seiner Höhe, in seinem genau aus-gesparten Lichte! Konnte Gott, um Joseph undDaniel zu seinen Werkzeugen zu machen, besser,leichter und sicherer ans Herz der Aegyptec und Ba-bvlonier kommen, als auf diesem Wege? Wo aufTräume merken, ein so allgemeiner Wahn, Träumeauslegen, so allgemeine Weisheit war! — WoGott also in eine große Erndie Vorurtheile undJrcthümer, die so hoch wucls und gewiß gcmähetward, ein Saamenkorn Wahrheit streute, ebenweils auf diesem Boden gewiß nicht umkam — —Da lenkte Gort die Herzen der Menschen durch ihreignes Herz, und ein großer Erfolg war davon