Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
Entstehung
Seite
236
Einzelbild herunterladen
 

236

Christliche Reden

nichts erklären: was ihm Weisheit geworden, istjetzt, wie's scheint, göttliche Thorheit: Mittel, dieMenschen verwerfen, und Gott braucht sie: einSinn und Zweck, den Menschen nicht gleich fassen,und Gott wählt ihn Der Weise staunt nunund sitzt am meisten in Betäubung: da im Gegcn-theil der, der an die Vorsehung auch glauben ge-lernt hat, wo er nicht flehet, der wartet, hoffet,glaubt! ist wie ein Kind gehorsam, und ein Kindübersieht die meisten Gefahren, Leiden und Versu-chungen der Natur, die ein vernünftelnder Alternicht oder kaum Überstunde! Je größer ein Kunst-werk ist, desto mehr liegt seist Sinn aufs zusam-menhängendste im Ganzen, je tiefer und voller einBuch, desto mehr erfahrt man seinen Inhalt nuram Ende. Gewiß also mit dem Rathe dessen, beidem jeder kleine Sinn so vollzählig, ein Menschaber im großen Buche nur so ein kleiner Buchstabist, der sich selbst kaum mit zwei Nachbarn buch-siabirt: wie will ec Bedeutung des Worts, wie

Inhalt des Buchs wissen, das das allsehende Augeallein liefet? Warle, scy thatig, hoffeund glaube!

Text: Matth, r, 25 .

I. Der Engel erscheinet zum drittenmal undman wird glauben, es solle bald genug seyn. Zueiner Ankündigung so viel außerordentliche Maschi-nen ? Nicht mehr, als genug war! Nur dreiPersonen, deren jeder cs unentbehrlich war, und