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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Christliche Reden

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Gott führte euch zusammen, ' daß ihr einander En»gel seyn sollt, die sich einst im Himmel (wenn wirunser ganzes Lebens-Schicksal übersehen,) ansehn,Lanken, lieben und verwundern werden, wie dieBlätter ihr Beider so nahe an einander schlugen,so nahe verknüpft waren! was ohne sie nicht, undwas alles durch sie ausgcrichtet worden O mehrals mütterliche Vorsehung, die also Herzen knüpftund Schicksale von einander abhangen laßt undmenschliche Lebenswege leitet!

II. Elisabeths Freude, die sich ihrem Unge-borncn selbst mittheilte, erregte den LobgesangMaria's, welch ein erhabner Lobgesang inder tiefsten Einfalt! Er wird viel gesungen undwenig verstanden; er ist nichts weniger als Gebetan Maria und als solches gewiß nicht zu gebrau-chen, das innigste Herzensgebct Maria's selbst, dasist er; voll Erhebung Gottes und tieferDemuth. Sie weiß nichts von sich, als vonNiedrigkeit der Magd, die G o t t a n g e-sehcn, und von dem hohen a l l b a r m h e r z i-gen Gotte, der Stolze stürzet und nurdie Niedrigen erhebet, von der Em-pfindung ist ihr Gesang voll.

Und davon war voll ihr Leben. Kein Wortvon ihr als Wundcrthaterin, Lehrerin, Prophetin,stolzer Gebieterin Jesu er ließ sich beim erstenkleinsten Wunder nicht vorschreiben, und die be-scheidene Mutter zog sich zurück! Nicht die Brustwar selig, die ihn ges äuget; wer Gott inihm horte, der war ihm Vater, Schwesterund Mutter.