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Christliche Reden
Da wir aber, meine Zuhörer, eigentlich garnicht für einzelne Voruriheile und Mevnungen pre-digen , und es für den Lehrer der Religion ein nu-ferst verachtenöwürdiges Ding wäre, sich hören zulassen, damit man nun auch eine Probe seiner Red-nern , Kunst oder Geschmackes habe: siebe! so
schwebt sein Vortrag damit sogleich aus dem engenGesicht - und Dunstkreise deß und dessen, in einehöhere, freiere Gegend: das Wort, das er zu sagenbat, ist n i ch t sei n, sondern Gottes EinLicht, das nicht durch ihn, sondern aus sich selbst,aus alle und für alle leuchtet! eine Sprache derWabcheit, die vom Vater aller Seelen gegeben,für alle Seelen spricht und in alle wirket. Soscheint die große Sonne auf alle Gewächse, und je-des erquicket sich in ibrem Glanze: Ceder und Blumeempfinden die Gottbeit, die sic nnlacht, nähret undsegnet. So wars das erste wundervolle Kennzeichender allgemeinen Predigt von Jesu, daß sein Geistalle Sprachen verband, die verichiedensten Menschen,Nationen, Gegenden, Denkarten, Empfindungenfesselte und in Eins vereinigte: daß jeder hinzu-
wallte und die Sprache seiner Nation, seines Her-zens , seiner Empfindung da wieder fand. Und sowirds ewig das innere Kennzeichen der Lehre Zesubleiben, daß sie durch ihre Einfalt und innige berz-treffende Wahrheit die verschiedensten Menschen be-lebt, in die entferntesten Gesinnungen wirket —
Mein Zweck ist alio heute nur, den Text, überden ich zu reden habe, in seiner natürlichsten, leich-testen Gestalt zu zeigen und das Bild unscrs gött-lichen Bruders, den wir darin in einer sehr ein-fältigen,