^>er Bortrag eines fremden Lehrers, in einerfremden Gemeinde, hat zu unfern Zeiten gewisser-maßen eine Einleitung und Entschuldigung nöthig.Da ec den Zustand und eigentlichen Gang der Ge-meinde, in der er reden soll, nicht kennt: so feh-len ihm gleichsam die Punkte, an welche er seinenVortrag knüpfe: ihm fehlt das Maas der Wissen-schaft , der Gesinnung, der Neigung und Gewohn-heit seiner Zuhörer, mit denen sie sonst das Wortzu hören pflegten, mithin der Ton, in dem er zuihrem Verstände und Herzen sprechen soll, daß ervernommen werde. Der ordentliche Lehrer hat eineKette von Wahrheiten und Belehrungen, ein Ge-bäude von Zuständen und Pflichten, dazu er bei-tragt; wenigstens ist er mit seiner Gemeinde, dieihn öfters hört, über Sprache, Denkart, Ton derFaßlichkeit, einig: da ein Fremder hingegen, wenner nicht wie ein Lehrling über einen Satz oder einePflicht allgemeine Sachen daher sagen will, wenn eraus Seele in Seele, fürs Herz und für den gan-zen lebendigen Zustand seiner Versammlung, zureden, Pflicht fühlet, natürlich Gefahr lauft, hiereinem Theil zu fremde, zu ungewohnt, dort einemandern zu hoch, zu niedrig, zu fein, zu grob redenzu müssen, nachdem das Vorurtheil und die Beschaf-fenheit jedes Einzelnen es will und findet. —
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