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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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154 Christliche Reden

ihre Freude, ihr Daseyn um so mehr, je mehrfreudige Geschöpfe sie um sich sieht.

Und eben dies ist der edelste, subtilste Pro-bestein, des wahren Stolzes, daß er nämlichvom mindesten Neide nichts weiß, daß erAbgunst und Verkleinerung andrer nichtin sich fühlt. Auf den untern Stufen und inden Vorzimmern der Verdienste mögen sich dieK n e ch te s - S c e lc n um einige Zolle von meh-rerm Range zanken; im Cabinette des Verdienstesund der Tugend, wer und wie viele dahinein kom-men , sie haben alle einen Grad von Hoheit; nurjeder hat Hoheit in seine m Kreise, in seinerGattung , und da wird und will er sich mit an-dern nicht vergleichen. Selbst der Gedanke kommtihm, dem wahrhaftig Edlen, nicht ein, sich ver-gleichen zu wollen, und noch weit weniger, bloßdadurch zu gewinnen. Es gehört schon ein gro-ßer Grad, eine höhere Stufe des Edlen dazu, dasEdle in andern zu finden, und wers über-all in den verschiedensten Graden undDenkarten und Berufsw eisen und Ver-kleidungen , und überall auch bei denen, diei h m a m na ch s tc n granzen, ohne Neid,ohne die mindeste Anwandlung vom Neid fühletnur der ist der wahre Edle! der einzigeWürdige! das Ebenbild der Gottheit!Alle, die noch neiden und verkleinern können, krie-chen auf den untersten Stufen der Verdienste, undwer bloß von der Verkleinerung andrer lebtder zeigt, daß er selbst kleiner ist, alsalle. Ein Teufel, der vielleicht Engel seyn könnte,