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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Christliche Reden

wenn etwas leer scyn, hohl seyn genannt wer-den kann, so ists dieses!

Wie schwer ists doch, sich selbst inskicht zu setzen, daß der andre uns sieh et, wiewir uns fühlen Wer acht gehabt, undin einzelnen selbst wichtigen Fallen, die Kalte be-halten hat, zu bemerken, wird nur zu oft denVersuch hierin gemacht haben. Damit der andreuns, wie wir selbst, fühle; muß er an unsTheil nehmen, muß sich für uns erwärmen,muß eine so gleichgestimmte Seele, ein sogleichklingendes Herz haben, daß unser Ton,die Saite unsers Herzens, unmittelbar dieselbe Saitein dem Seinigen erregt, oder es ist mit dem Mit-theilen sein selbst die kälteste, erbärmlichste Sache.Der andere bleibt der kalte Zuschauer vor einemgleichgültigen Bilde, oder denkt, empfindet gar an-ders als wir selbst alles sehen und empfinden; jemehr wir uns für und über uns erwärmen,desto kalter wird der andre in der Welt kannkein Kontrast verdrießlicher und häßlicher seyn, alsdieser. Und wie oft, und wie fast allgemein ist erdoch! Wie äußerst selten sind doch die Äu-genblicke der Erwärmung, da der andre ganz mituns und zu uns fühlet, sich gleichsam in unserWesen, in unsre Denkart verwandelt hat, um unsreGeschichte mit aller Empfindung derselben innig zutheilen? Me selten sind die Augenblicke! und dieFreunde, die dergleichen Augenblicke, nur derBeschaffenheit ihres Herzens nach, haben können?die die weiche Fühlbarkeit und Biegsamkeit