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Christliche Reden
so bist du der Heuchler, der Bösewicht, den duin andern findest! Wie? wenn u wahre Reli-gion hattest, das ist, wenn du sie nur brau ch-test, das Gute und Wirksame dersel-ben zur Tugend zu fühlen, was solltest duanders, als den andern stille beklagen, daß crsnicht gefühlet, daß er so viel würdige und großeD rstellungen zur Tugend und Glückseligkeit ent-behren muß? und aus diesem Beklagen was würdeanders folgen, als daß du keine Tugenden, seineVerdienste, die du an ihm nicht verkennen kannst,nicht verkchwarztest, sondern um so höher schätztest,weil sic ihm so schwer geworden, weil er so vielergroßen Beibülfe hat entbehren muffen, um das zuwerden, was er geworden ist, und was du ohnedie Beihülfe vielleicht nicht wärest? Er hat aufseinem Grund gebauet, ob Stroh und Stoppeln,oder Gold und Silber? das Haft du nicht und kannstnicht entscheiden; daß er dock aber gebauet hat,daß er sich die Mühe, die fortgesetzte Sorgfalt ge-geben — frommer Verlaumder, mit einem Worte,Willst du das verrufen, weil er nicht nach deinemRiß bauete? und sein Gebäude steht doch Gott undder Welt vor Augen? —
Aber nun auf der andern Seite, wer wiederglaubt zu seiner Tugend und menschlichen Glückse-ligkeit nicht diese und jene Vorstellung so äußerstnöthig zu haben, glaubt, daß seine Moralität nichteben an dieser Wahrheit, an jenem Beweggründehangen dürfe, wie? M. 3-, hat der wieder einRecht diese Wahrheit, diese Vorstellungsart §n an-