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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Seite
119
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und Homilicn.

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Wer ists nun, der einem jeden diese Gaben,diese Kräfte, diese Anlagen und Umstande verlieh?und hat er sic ihm umsenst verliehen? sollte erihm nur Eine umsonst verliehen haben? Kein Irr-licht also, v Mensch! Siehe, du selbst sollst,wie und wo du seyst, ein Tempel der Gottheitseyn. Jede Wirksamkeit also, die deine Seele bil-det, und bessert, die dein Herz veredelt, und ineiner tugendhaften Fertigkeit stärket: jede Wirk-

samkeit, die Gutes außer dir befördert, und dirdas Gefühl einer guten Tbat, eines wohl ange-wandten Lebens giebt das ist deine Pflicht!das ist deine Tugend! Glaubst du nicht, daßMäßigkeit und Gcoßmuth, edle Gesinnungen undAusübungen der Liebe und Freundschaft, Billig-keit und fortgchende Gewöhnung zur Beförderungdes Guten daß dies alles eben so wohl zu dei-ner Mohlfarth und Gesundheit gehöre, als ein ^leichtfließendes Blut in deinen Adern? als Nah-rung und Bewegung deines Körpers? Und wie!wer hat bei dem letzten einen andern Zweck, alssich selbst wohl zu erhalten? Wer speiset, werarzcneiet blind in des andern Seele hinein? undwenn Tugend und Wohlihätigkeit unser wahres Le-ben ist von einem Haushalter wirdnichts mehr, aber das auch um so vielmehr erfordert, daß er mit seinemPfunde und Gaben treu erfundenwerde! Der Herr, der den Nath desHerzens offenbaren kann, ist Richter!

Die Anwendung hievon auf die Stände undLebensart der Menschen ist nur ein Ausscnwerk zu