und Ho Milien. 117
ruf ist, hinausgesctzt, und wird eine Summe vonEnthaltungen und Affectionen, die nicht in seinemKreise liegen, wo bleibt ihr Schönes, Nutzbares,und Nothwendiges für die menschliche Natur? Wasist, was hilft eine unthatige Tugend? eine unwirk-same Güte? Sie ist in ihrer Art eben so einDunst, als ein Held, der in seinem Leben nichtsgethan hat: als eine Ceremvnie ohne Gedanken
und Absicht! da doch einmal unsere Seele älterist als aller Wahn: da der Beruf zur guten Wirk-samkeit und innerer Glückseligkeit doch einmal einallgemeiner Beruf aller Menschen ist, den ihreganze Natur und alle Anlagen rings um bekräfti-gen, und da doch also jeder gute, gesunde Menscham Ende fühlen muss, Betrachtung, Spekulation,Nachäffung dieser und jener Gefühle — das kannunmöglich das letzte Ziel der Menschheit, der letzteZweck unscrs Daseyns seyn — Was hat jenesWahnbild, jene einförmige Livrey der Tugend, je-ner Zwang, daß alles seine Anlagen, Gesinnun-gen, Geschäfte, Zwecke, Bestrebungen verlaugnen,und wie dieser werden sollte — was hats andersgeben können, als Verachtung aller Tugend! Istsie nichts als dies, hat man gesagt, v! so kannich ohne sie wohl fertig werden! so will ich lieberzu meinem Zwecke in der Welt der bleiben,der ich bin! so ists sehr wahrscheinlich, daß ichdurch sie mehr verliere, als gewinne — kümmeresich um sie, wer sonst nichts anders zu thun hat.
Ueberhaupt ist, M. A., keine mißlichere undnichtigere Sache in der Welt, als die Erzwin-gung fremder Gefühle in unsere ei-