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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Christliche Reden

nischen Tyrus erträglicher ergehen,als den jüdischen Städten, die dieWunder sahen. Meinst du, sagt er beianderer Gelegenheit, daß diese Galiläergrößere Sünder sind, weil sie das er-litten haben? Ich sage nein! Das istdie Antwort einer Religion , die auch hier von Mil-de und Sanftmuth den Namen haben sollte. Je-der, sagt Paulus in unserm Text, bauet aufseinen Grund, der eine Gold und Sil-ber, der andere Stroh und Stoppeln;welcherlei eines jeden Werk gewesenist, wird das Feuer bewähren. Baue du,o Mensch! auf deiner Stelle nur gut: und mache,daß du dein Licht und deine Gnade Gottes gebrau-chest. Von einem Haushalter wirdnichts mehr erfordert, als daß er treuerfunden werde: der Herr aber ists,der da richtet!

2. Aus dem großen Strome der Zeiten werdenwir also auf die kleine Welle hingewiesen, auf derwir schwimmen: und da wir keinen Standpunkt

haben, vom'großen Schauspiel aller Völker undZeiten zu urtbcilen, von dem wir nichts als an-gemahlte einzelne Stückwerke oder Spannen vonVorstellung sehen: so sollen wir uns nur um den

Auftritt bekümmern, in dem wir selbst zu erschei-nen haben.-Aber auch da, wie verschieden

ist die Tugend! Wie scbr richtet sie sich nicht nachpersönlichem Charakter, Gedlütsmischung, Stand,Erziehung, Lebensart, Sonderbarkeiten in der Denk-