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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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110
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Christliche Reden

schlagen, und wie, wenn wir Uns spater alleMüde geben, sie zu entwurzeln, nech immer ab-gerissene Faden, oder mindstens immer die Höhle,die zerrüttete Statte bleibt. wo sie standen: wennwir überlegen, wie selbst bei uns, wenn durch alleKraft des Lichts manche Gespenster endlich weggc-jagt sind, noch oft und fast immer ihre Schattenbleiben, die schwarzen Striche der nusgelvschtenbösen Eindrücke ja daß selbst unter uns, trotzalles bessern Wissens und Gewissens, ein großerThcil von Menschen ihr Lebenlang freiwillige An-hänger ihrer Jugend - Mepnungen bleiben : die-alles überdacht, welch ein sanfterer Blick des Mit-leidens oder der Mitempsindung wird auf unsreBrüder, die Menschen außer uns, fallen! Auchich bin ein Mensch! und nichts mehr als einMensch! Gott! wo weiß ichs, wo kann ichs dennwissen, was jeder meiner so unterschiedenen Brü-der nach seinem Gefühl, nach der Welt seines Her-zens ist und sepn sollte? Wissen wir, könnenwirs wissen, was in diesem Und jenem, zu derZeit, in den Umstanden, hier frühe Eindrücke,dort cingcpflanzte Vorurtheile, der Taumel vonEnthusiasmus, die Wolke des Zeitalters, sein Eli-ma gleichsam von National-Denkart, Familicn-Begnffe, große Beispiele, die frühe auf ihn ge-wirkt, Leute, Gewohnheiten, denen er früh in dieHände siel was das alles bei ihm gewirkt? wasfür Gewichte in seine Seele gelegt hak? was erin diesem Kreise hat fühlen können, und denkenMüssen, wissen sollen und wieder nicht thun konn-te? Wissen wir denn und könnens wissen, wasein Saamenkorn von menschlicher Seele eben auf