Christliche Rede»
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denken, den Stab zu brechen, Richter und Recht-haber in einer Person zu seyn.
Wir sehen, M. Z., beide Wege führen aufnichts Gutes hinaus: jener an aller Tugend end-lich zu verzweifeln: dieser trotz aller Vernunft undEmpfindung die seinige für die einzige zu erkennen.Und gäbe es keinen Mittelweg? daß freilich dieSitten der Menschen wie ihre Gesinnungen undLander verschieden, und doch die Tugend und dasVerdienst einerlei bliebe? daß wir nicht über allesurtheilen könnten und sollten, unsers eigenen Ver-haltens dabei aber noch immer sehr gewiß blieben?Es ist eben der Weg unsrer Religion: es sind ebendie Entscheidungen PauluS: richtet nicht!aber doch gebührt jedem HaushalterTreue! Lasset uns die Sache entwickeln. So-bald wir nur einigermaßen überlegen, was cs sey,worüber wir entscheiden? so weiß ich nicht, wiealSdenn noch jemand glaubt entscheiden zu können— über die innere Güte, über das innere Ver-dienst aller Handlungen aller Völker des Erdbo-dens. Was wird nun zu dieser Entscheidung er-fordert? So gewiß und fest und ewig in uns allewahren Grundsätze der Tugend, des Rechts undUnrechts sind, so sind sie es doch nicht anders alsdie Grundsätze der Vernunft, des gesunden Ver-standes, nach unserer Empfindung: und wie vie-lerlei Grade, Arten, Gestalten der Ausbildung die-ser Vernunft und dieser Empfindung jkanns nichtgeben? und wenn nun das Gewissen auf eineschnelle, rasche, unmittelbare Art alle diese Grund-sätze solcher Empfindungen auf einzelne Fälle an-