dcr Menschheit, die nicht wir selbst sind, gar nichtnrtheilen sollen? obs also gar keine feste Grund-sätze und Regeln der Tugend gebe, und manalso an allen verzweifeln müsse? — Der heutigeText wird uns zu Untersuchung dieser FragenGelegenheit geben, und die Gnade Gottes leiteunsre Gedanken auf dem Wege des Wahren undGuten ic.
Text: i. E o r i n t h. 4, i — 6.
Paulus, sehen wir, rechtfertigt in den ver-lesenen Worten sein Amt, seinen Stand, seine Per-son. Da cs Sectcn gab, davon eine ihm, anderePetrus, eine dritte einem Apollo anhing, so giengsbei diesen Sectcn, wies bei allen Secten geht, sieverkleinerten einander, verunglimpften auch dasGute, was sic an andern sahen, nahmen ihrenHelden auch in Nebensachen, auch in Gleichgültig-keiten zum Vorbilde und Ideal alles Großen undGuten, beurthcilten und verdammten aus ihrenLieblings - Mcynungen die ganze Welt. Dagegenhat nun Paulus schon vom Anfänge deS Briesesan geredet, — gezeigt, daß es nicht auf derglei-chen Aeußerlichkeitcn theils, theils auf Eigenheitenunsrer Phantasie ankomme, was wahre Tugend,wahres Verdienst sey? daß von einem gewisseninner» Werth der Handlungen cs gar keinen äu-ßerlichen Zeugen gebe, sondern bloß den Allwissen-den, der den Rath der Herzen offenbaren kann!daß aber darüber nicht das wahre Verdienst ganzin Zweifel gcrathe, sondern eben, weil alles nurauf innere Treue der Haushaltung und also auf