und Ho Milien.
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schcn Urtheilen, zu Anmaßungen, zu Ungerechtig-keiten über den andern, so weit uns diese nur jeverführen kann. Da wir bei unfern Urtheilen unsimmer unvermerkc in die Stelle eines andern setzen,jede Handlung jedes Standes, jedes Charakters,jeder Denkart also nach der andern beurtheilen,ihm also unsere Seele unterschieben, statt daß eraus der Seinigen handelt; — da es überdem fastkeine gleichgültige Sache des Urtheils giebt, füroder wider welche wir nicht immer auch aus Ne-benursachen schon eingenommen würden; da iwallen Urtheilen, die uns nahe angehen , schon alleunsre Leidenschaften mit im Spiele sind, die dieHandlungen und Gesinnungen des andern uns aufso verschiedene Weise brechen, färben, vormahlen,daß also in diesen Fällen schon unser Verstand,trotz aller unsrer Treue, ein falscher, ungleichergebrochner Spiegel geworden ist, und fast seyn muß
— da cs überdem Situationen giebt, wo wir diewahre Absichten und Zwecke nicht entdecken sollen,wo sie uns verborgen werden, wo sie nur die Zeitentdecken kann; wir also immer, wenn wir aufuns schließen, eine falsche Seele, ein falsches Wahn-bild von handelnden Wesen uns gedenken müssen
— Was ist nun zu thun? — Die leichteste Ant-wort wäre freilich: gar nichts zu thun, garnicht urtheilen zu wollen! Allein da gezeigt ist,daß wir müssen, daß wir keinen Schritt gehen,in keiner Verbindung mit andern leben, wirken,handeln können, ohne daß wirs müssen, und daes doch immer gleicher Trug., gleiche Unwahrheitund Jrrthum bleibt, wem wir als-gute Schaafe,lauter gute Absichten, als wenn wir uns, wer