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Christliche Reden
ler künftigen Früchte! wo der Baum in Keime undtausend Keime in Einem und die ganze Schöpfungin einem Keime liegt, und nur auf stille Entwicke-lung wartet. Was ist ähnlicher der stillen Verwand-lung und Wiedergeburt des Guten in der menschli-chen Seele, als dies sanfte gottesvolle Bild desFrühlings? Siehe, was diese stille Seele in sichempfing, war so fern noch fremdes Saamenkorn!noch fremder Gedanke, Bewegungs.rund, Empfin-dung ! aber indem cs so sanft sich in sie senkte:Siehe! da regt sich Kraft Gottes! der Gedanke,Regung, Empfindung verwandelt sich, mmmc vonihren eigenen Wesen an: er schien erstorben, imHerzen verweset: entkam schon der Einbildung undErinnerung; aber nun gehr er auf und wie neu!wie anders! wie hat ihn die Seele sich zu eigengemacht! wie ists, wenn sic ihn nun durch Tkatoder Wort äußert, schon >hr Bild, ibr Gedanke,in ihre eiaene Natur belebet und verschönert. Wieanders ist das aufkeimende GraS, der aufgeschosseneHalm, die reife Aehre gegen das arme verwesendeKorn der Erde ' Es wird qefäet in Niedrig-keit, und muß auferftehn in Kraft!
In dieser kraftvollen Auferstehung liegt dasganze Gewebe der neuen Schöpfung in und überder Erde, in Wurzel und Korne, alles liegt imSaamenkorn, und das Land hat nur Früchre zubringen in Geduld. Da wird alsdenn Gott,von dem die Morgenländer so gerne Bilder diesergroßen Todtenerweckunq an jedem Frechlinge her-nehmen ; er wird dem Baum Wurzel und S>'amm,Aeste und Früchte schaffen, und reifen und erhalten-